Zwei Businessaffen

Nicht das sich jetzt einige über 180er hier bestätigt fühlen, nein, hierbei geht es um etwas ganz anderes, nämlich um Firmengrößen, im speziellen um Webschmieden.

Ich kenne ja nun wirklich einige Freelancer bzw. selbstständige die sich mit mehr oder weniger harter Arbeit mit dem erstellen von Webseiten ihr Geld verdienen. Die Qualität derer Arbeit bewegt sich aus meiner Sicht meist zwischen “befriedigend” bis “absolut hervorragend”.

Und woran liegt das?

Kompletten Artikel lesen...


Screenshot der Seite zanderfluesterer.de

Für einen meiner Kunden realisierte ich vor kurzem eine Art Weblog für Angelausflüge, Guidings und Angeltouren. Die Arbeit an dem Projekt hat mir ehrlich gesagt sehr viel Spaß gemacht, man konnte sich grafisch endlich mal wieder ein wenig entfalten und musste nicht, wie bei vielen Firmen gerne gesehen, auf ein klinisch reines Muster zurück fallen.

Der Weblog und auch alle anderen Bereich (bis auf den Shop) basieren auf Textpattern 4.0.4 und benötigten in etwa 2 Wochen zur Realisierung (mit allem Drum und Dran).

Warum ich ein Kundenprojekt in meinem privaten Blog vorstelle? Nun, ich finde die Thematik als früherer Hobbyangler doch sehr interessant, und auch die angebotenen Kurse scheinen was her zu machen.

Außerdem finde ich, bin ich mit diesem Projekt einmal eine ganz andere grafische Schiene gefahren, was auch mit Editor’s Pick unter den W3C Sites belohnt wurde.

Das solls dazu aber auch schon gewesen sein, ich will mir hier nämlich keine Schleichwerbung unterstellen lassen :)


Boah, und das auf einen Freitag…

Heute bekam ich die Zugangsdaten für ein 1&1-Paket eines Kunden, um dieses auf die nötigen Voraussetzungen hin zu prüfen.

Ich loggte mich also in den 8 Jahre alten Account ein, und mich erwartete das, was ich erwartete ;)

Der Account kostete meinen Kunden knapp 10€ im Monat, und das für 50MB Webspace, und 2 Domains, das wars, kein PHP, kein MySQL, nix, nur platten Webspace. Andere Anbieter passen die Pakete Ihrer Kunden ja mehr oder weniger automatisch an, sofern sich die Pakete denn verändern, bei 1&1 setzt man hier wohl auf die Unwissenheit der Kunden.

Naja ok, jeder Konzern betreibt da eine andere Politik. Ich wollte also bei 1&1 anrufen und mich mal schnell für ein aktuelleres Paket umschreiben lassen, denn in den heutigen Zeiten bekommt man selbst bei 1&1 für 10€ im Monat Webspace mit PHP & MySQL.

Ich rufe also die 14ct-Hotline an, und muss mich erstmal durch 8 Menüs sprechen bzw. bekomme noch 2 Minuten etwas über aktuelle Viren erzählt (kostet ja nur 14ct die Minute). Nach 5 Minuten Menü komme ich dann endlich zu einem Mitarbeiter durch, schildere diesem den Sachverhalt und gebe auch meine Kundennummer durch.

Nach weiteren 5 Minuten will der Mitarbeiter auf einmal nicht mehr fürs Hosting verantwortlich sein. Komisch, dabei habe ich doch extra die Nummer fürs Hosting angerufen, und mich auch im Menü immer auf die Abteilung Hosting bzw. Vertragsfragen gehalten. Naja, kann man nix machen.

Der Mitarbeiter gibt mir eine andere Rufnummer unter der mir geholfen werden soll. Ich schaue schnell auf der HP von 1&1 nach, und siehe da, dies ist die Rufnummer für Hostingneukunden, ich bin doch aber gar kein Neukunde?

Nun gut, ein zweiter Versuch unter der alternativen Hotline kann ja nicht schaden (dachte ich mir). Diesmal erwartete mich ein noch “detaillierteres” Menü. Nach dessen Absolvierung (mein Schreibtisch hatte jetzt Kratzspuren) bekam ich diesmal eine Mitarbeiterin an den Hörer. Wieder erklärte ich ihr den Sachverhalt, die hörte geduldig zu und meinte dann wiederum nach 5 Minuten, das ich in der Abteilung für DSL-Anschlüsse gelandet sei.

Öhm, erste Frage: Warum sagen die Mitarbeiter das nicht gleich?
Erste Antwort: Weil ich für jede Minute Geld bezahle!
Zweite Frage: Warum will mir keiner helfen?
Zweite Antwort: Weil Callcenter-Mitarbeiter von 1&1 ziemlich Faul zu sein scheinen?

Ich hab die Frau dann noch 2 Minuten mit Flüchen belegt und geschworen, meinen Kunden zu einem anderen Anbieter zu raten.

So, das musste ich einfach loswerden!


Ganz einfach mal ohne sehr viele Worte, hier einmal ein Zitat das ich soeben in bei meinem täglichen Feedreaderrundgang fand.

Die wichtigsten Zielgruppen für barrierefreies Webdesign sind m. E. nicht etwa blinde oder sehbehinderte Nutzer. Es sind genervte, alte, aufmerksamkeitsschwache, mobil surfende, müde, effizient denkende, pragmatische, gehetzte, ans Modem gefesselte und grobmotorische Nutzer. Und sind wir das nicht irgendwie alle irgendwann einmal?
Quelle: praegnanz.de

Das kann ich hier nur ganz stark unterstreichen. Auch im Gespräch mit Kunden habe ich schon oft gemerkt, das dass Argument “Sie erweitern damit Ihren Kundenkreis indem Sie auch blinde und sehbehinderte ansprechen” einfach noch nicht zieht.

Wenn man den Leuten jedoch erklärt, dass Ihre jetzige Seite bei ISDN-Nutzern 45 Sekunden zum Laden benötigt und man den Wert bei besserem Look mindestens halbieren könnte bekommen schon einige große Augen. So wirklich flashen tut es aber wohl erst dann, wenn man potentiellen Kunden das ganze mal live vorzeigt.



Blogsuche

RSS-Feeds

Plaste & Plastik

plasteundplastik.de - Das Geocaching-Weblog

Die Kategorien


Netz-Fundstücke


Meta / Propaganda