In letzter Zeit liest man als Webdesigner immer mehr von dem YAML-Framework für CSS basierte Webseiten. YAML soll, so habe ich es zumindest verstanden, viele grundlegende Elemente und Formatierungen bereits mit sich bringen, die im Nachhinein dann noch variiert und angepasst werden können.

Nun habe ich mir in letzter Zeit einige Projekte die mit YAML umgesetzt wurden angesehen, und ich verstehe einfach den Sinn des ganzen nicht? Eine Zeitersparnis? Wohl kaum!

CSS ist nicht wirklich komplex, jedenfalls bei weitem nicht so komplex wie z.B. Programmiersprachen wie PHP, JavaScript oder Ruby. Wozu hier ein Framework benötigt wird ist mir wirklich rätselhaft.

Bin ich mal ehrlich, so muss ich gestehen dass ich evtl. seit 18 Monaten effektiv auf CSS setze, und mich konsequent von Tabellen befreit habe. Anfangs war alles natürlich noch ein wenig holperig, doch schon nach 2-3 Umsetzungen brauchte kaum eine Webseite länger als einen Nachmittag zur reinen XHTML & CSS-Umsetzung, und das ohne sich dabei auf nur eine kleine Anzahl von Browsern festzulegen.

YAML hat zwar gute Ansätze, doch finde ich es persönlich einfach unnütz. Jeder der sich eine kurze Zeit mit semantischem XHTML und CSS auseinander setzt wird schnell in der Lage sein, flexible Layouts umzusetzen und das auch Browser übergreifend.

Für mich persönlich bietet YAML derzeit einfach kaum Vorteile. Der Quelltext ist bei manchen Seiten einfach alles andere als logisch, semantisch oft erst recht nicht. Es wird Code übertragen der einfach nicht sein müsste, auch in den CSS-Dateien.

Ein weiteres Manko ist wie ich finde die fehlende Unterstützung des IE5, der leider immer noch nicht das zeitliche gesegnet hat. Hier setzt YAML darauf, dem User einfach kein Stylesheet auszugeben. Ich will nicht angeben, doch bisher ist es mir fast immer gelungen meine Projekte fast vollständig für den IE5 umzusetzen, und das mit minimalem Aufwand und vielleicht 200 Byte mehr Quelltext.

Ich würde gerne von den Anwendern des Frameworks erfahren wo hier wirklich die Vorteile liegen, vielleicht erkenne ich Sie auch einfach nur nicht.

Ich würde an Anfänger jedoch appellieren, sich einfach ein gutes Buch zum Thema zu kaufen und anhand von Projekten gaaaaanz viel zu üben. Das ist auf lange Sicht hin sicherlich besser, als sich von einem Framework abhängig zu machen.

Eine kleine Starthilfe auf die ich persönlich seit einiger Zeit zurückgreife ist übrigens das schmale Standard Template von Manuela Hoffmann.

Zwar nicht perfekt, aber als Ausgangsbasis zu gebrauchen.

P.s.: Ich sollte mir in Zukunft angewöhnen nicht mehr so oft das Wort “einfach” zu verwenden ;)



Kommentare zum Thema Der Hype des YAML-Frameworks:

1 | anne schrieb am 12.04.2007 um 17:34
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ja, genau das (IE5) finde ich auch sehr bedauerlich an YAML, weshalb ich auch stattdessen die YUI grids bevorzuge (auch erst für ein projekt allerdings). der punkt ist, dass im css-file eben eine ganze reihe standard-seiten (2, 3 spalten etc) schon als system enthalten sind und man je seitentyp nur noch eine klassennummer (YUI) im css ändern muss.. das spart schon zeit, und erst recht mit dem passenden online tool: developer.yahoo.com/yui/grids/builder/. grüsse aus hamburg..

2 | Christian schrieb am 18.04.2007 um 08:31
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Hi Anne,

Yahoo Grids soll (so habe ich es gehört) wohl schon so einfach sein, das der Anwender in Sachen CSS wohl kaum einen Lerneffekt hat, was angeblich bei YAML anders sein soll.

Ich muss zugeben das mit die Umsetzung von Layouts mittlerweile wirklich fix von der Hand geht (dafür fallen mir andere Dinge deutlich schwerer).

Die einzigen Frameworks die ich derzeit nutze ist ein wenig jQuery und CakePHP

3 | Sergio schrieb am 27.11.2007 um 14:21
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Hallo, bin gerade über diesen Artikel gestolpert und will nur ganz kurz was dazu loswerden. Frameworks dienen im Allgemeinen dazu, die eigentliche Arbeit eines Entwicklers insofern zu vereinfachen, dass er sich nicht mehr um Details und evtl. Bugs und Besonderheiten kümmern muss. YAML z.B. bietet doch genau das! Wer sich durch die Arbeit mit dem YAML-Framework einen Lerneffekt erwartet, hat doch da was falsch verstanden. CSS lernt man separat. Ist auch nicht schwer und dauert keine 2 Tage um es in den Kopf zu kriegen. Die Probleme entstehen erst, wenn das CSS-Layout in möglichst allen Browsern gleich aussehen und sich gleich verhalten soll. Und da setzt YAML an. Es macht CSS soweit transparent, dass man sich getrost sein Layout zusammenbauen kann ohne befürchten zu müssen wieder mal 70% der gesamten Entwicklungszeit nur für das Ausbügeln von Darstellungs- und Berechnungsfehlern der Browser zu verschwenden.

4 | Christian schrieb am 27.11.2007 um 15:42
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Da gebe ich dir schon Recht Sergio, aber für mich gibts aktuell dennoch keinen Sinn. Ich kenne nun schon den Großteil der Browserbugs und weiß bei vielen nun wie man diese umschiffen kann.

Für mich ist es da einfach variabler wenn ich später genau weiß welches Element welche Werte hat und welche nicht. Für einen Einsteiger gebe ich dir recht, da kann YAML einiges an Zeit sparen, aber es ist in letzter Zeit immer seltener das ich an der Umsetzung eines Layouts mehr als 6 Stunden sitze, und von daher sehe ich da mittlerweile zumindest für mich keine Vorteile, sondern eben durch den Overhead auch Nachteile.

5 | em schrieb am 21.12.2007 um 11:19
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Hallo, ich glaube für einen großen Teil ist YAML eine sehr nette Sache. Ich gebe dir recht Christian, ein CSS-Layout bekommt man auch selbst hin aber wenn man am Anfang seiner “Entwicklung” ist, ist man froh über jede Unterstützung.

Zum Thema YAML und IE 5, da gibt es mittlerweise auch was: http://www.yaml.de/de/dokumentation/einfuehrung/unterstuetzte-browser.html

6 | Kai schrieb am 03.08.2008 um 01:42
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Ich weiß nicht wie das mit der Browser abwärtskompatibilität aussieht.
Jeder kann an ältere Browser denken, aber keinen weiß was die Herrschaften in zukünftigen Versionen treiben werden.
Daher ist YAML keine Abhängigkeit, sondern eine Investition in die Zukunft.
Sollte ein Browser meinen eine oder zwei Möglichkeiten nicht mehr zu Unterstützen, aktualisiere ich einfach EIN Verzeichnis (das YAML-Verzeichnis) auf meinem Server und alle Projekte sehen plötzlich wieder so aus wie sie sollen selbst wenn jemand mit dem Internet Explorer 13.4RC2 verwendet.

Natürlich kann ich eine IE 5 und Firefox kompatible Seite erstellen, aber wer garantiert mir, dass in 3 Jahren nicht Safari stand der Dinge ist und plötzlich 1000 Browserbugs mehr im Umlauf sind?

Frameworks sind genau für diesen Zweck.
Alle meine Projekte sind oder werden mit YAML umgesetzt, da ich mir nicht vorstellen kann, dass einer der Vorposter sich in 2 Jahren nochmal an eine Webseite macht, um diese für neue Browserbugs kompatibel zu gestalten.
Typischer Fall: Von hier bis an die Wand gedacht.

Weiterhin sitzt hier ein Kommunikationsdesigner der keine Ahnung von CSS hat und trotzdem mit YAML Layouts (YAML Builder) zusammenklicken kann. Der Code bildet so eine einheitliche Basis, über die man auch in späteren Projekten sprechen kann.

Die Implementierung ist nicht “from-scratch” somit, kann ich auch in 10 Jahren, über die YAML-Doku, nachvollziehen welche Bereiche und Styles eingesetzt wurden und vorallendingen WARUM.

Bei mir entsteht das Gefühl, dass sich niemand Gedanken über die Implementierung des Layouts macht.
Wo landet das Layout denn?
Im CMS? Im Commerce-System?
Oder liegt das einfach irgendwo als statische HTML-Dateien rum?

Da es ein YAML-Plugin für Typo3 (nur ein Beispiel) und XT:Commerce gibt, ist die Implementierung des Layouts garkein Problem.
Früher saß ich oft Stunden am Typoscript um meine Layouts irgendwie in das gewünschte Format zu pressen.
Heute sind es 5-15 Min effektiv, da das Format dem Zielsystem bekannt ist und somit alle Evantualitäten abgedeckt sind (mit Kaffee kochen).

Die oben genannten Vorteile treffen übrigens auf fast jedes Framework zu.

So, noch mehr Consulting gibts für 80 EUR die Stunde. ;-)

bye Kai

7 | Christian schrieb am 03.08.2008 um 09:23
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Und wer garantiert dir das YAML in 5 Jahren noch weiterentwickelt wird und nicht alle Entwickler auf ein anderes Framework umsteigen so das die gennanten Vorteile erstmal wieder für die Katz sind?

Ich verstehe deine Einwände natürlich, aber niemand kann mir garantieren wie es in x Jahren mit den verwendeten Frameworks aussieht. Ähnlich in Sachen CMS, da bleiben auch viele auf der Strecke die sich vor 3 Jahren für eines entschieden haben.

8 | Kai schrieb am 04.08.2008 um 20:19
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Natürlich gibt es für nichts eine Garantie. :)
Trotzdem überwiegen erstmal die Vorteile und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die oben angebrachten Vorteile sollen nur zeigen, warum das Framework momentan so gehyped wird und natürlich ein wenig erklären warum Frameworks generell sinnvoll sind.

Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass es immer jemanden gibt, der dieses / ein Framework weiterentwickelt. Am Schluss bleibt man immer selbst übrig und hat “wenigstens” eine vernünftige einheitliche Basis.

Weiterhin habe ich das Gefühl, dass nun offensichtliche Vorteile mit einem “Flugzeugabsturz”-Argument zerstört werden. grins
Generell geht es bei meiner Arbeit als Consultant um Risikoabwägung.

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