Nicht das sich jetzt einige über 180er hier bestätigt fühlen, nein, hierbei geht es um etwas ganz anderes, nämlich um Firmengrößen, im speziellen um Webschmieden.
Ich kenne ja nun wirklich einige Freelancer bzw. selbstständige die sich mit mehr oder weniger harter Arbeit mit dem erstellen von Webseiten ihr Geld verdienen. Die Qualität derer Arbeit bewegt sich aus meiner Sicht meist zwischen “befriedigend” bis “absolut hervorragend”.
Und woran liegt das?
Ganz einfach, jeder dieser Einzelkämpfer hat einen kleinen aber feinen Ruf, und ist auf jeden Euro den er verdient im Normalfall auch wirklich angewiesen. Die meisten von uns lieben zudem was Sie tuen, und sitzen daher manchmal bis 2 Uhr morgens vorm PC oder Mac um auch den letzten IE-Bug aus dem verdammten Layout zu prügeln, und dass ohne dabei reich zu werden. Hinzu kommt noch das ständige “Wann bist du denn endlich fertig“ von der lieben Freundin, worauf dann immer das “Gleich, gleich“ folgt, aber … ich schweife ab.
Umso mehr ärgert es mich seit einiger Zeit, wie schlampig (ja, meist trifft es nur dieses Wort) doch einige der großen deutschen Firmen und Internetportale Ihre neuen Internetpräsenzen von angeblichen “Experten” umsetzen lassen. Meist sind dies große Werbeagenturen mit vielen Mitarbeitern und mehr oder weniger viel Kapital.
Klar, eine Deutsche Post oder eine Zeitung wie Der Tagesspiegel können Ihre Portale nicht von ein paar Freelancern aufziehen lassen, da muss schon ne Agentur mit “gutem” Ruf her. Das verstehe ich ja. Sowas dickes will organisiert werden, da muss alles ins kleinste Detail sitzen. Irgendwas will man für seine teilweise sechsstellige Summe ja auch bekommen.
Nun würde man erwarten das die Qualität der ausgelieferten Seiten nachher wirklich reinhaut. Das Design stimmt, der Code ist so schlank wie möglich und natürlich valide, jeder findet sofort was er sucht, natürlich ist alles Mega zugänglich und noch viel wichtiger…ganz innovativ und so Web 2.0ig.
Aber viele von uns haben es schon gemerkt, gegenteiliges ist der Fall. Der Code sieht aus wie ein Template aus FrontpageExpress (Ja, das war der kostenlose kleine Bruder), wer anfängt zu Suchen der hat schon verloren. Achja, das Design .. das ist ja Geschmackssache, aber es gibt Do’s und Dont’s und manchmal verwechseln die Screendesigner großer Agenturen anscheinend diese Listen.
Doch um ein Fazit des ganzen zu ziehen: Mir will einfach nicht in den Kopf, das erfolgreiche Unternehmen sich eine neue Seite entwickeln lassen, dann meist Müll für Ihr Geld bekommen und sich am Ende der Auftraggeber nicht einmal darüber aufregt was er als Endprodukt bekommen soll. Gibts da keine Qualitätskontrollen?
Mir scheint wirklich so, als ob in der Internetbranche anscheinend ab einem gewissen Level nur eins zu gelten scheint: Der Name und wenn der gut ist kannst du deinen Kunden auch eine Tüte Dreck für 30.000€ verkaufen, extra Knusprig mit toten Fliegen drauf. Es ist doch schon fast eine Kunst seine Mitarbeiter auf dem Stand von 1999 zu halten, als ob diese ein verbot bekommen hätten sich auch nur in irgendeiner Weise fortzubilden.
Je größer man also wird, desto fauler wird man. Man scheint irgendwann dem Leitspruch “Never touch a running system” zu folgen.
Das ist schade, zumindest für die Kunden.
Kommentare zum Thema Größe macht anscheinend Faul:
Danke für diese klaren Worte und für die herrliche Metapher “eine Tüte Dreck für 30.000 €, extra knusprig mit toten Fliegen drauf” – Da bekommen solche Kunden sicher gleich wieder Appetit! ;-) Und wie Recht Du hast! Es fehlt einfach an einer wirklich guten, unabhängigen Qualitätskontrolle, ein Check bei seitwert.de oder ähnlichen Tools kann sicher nur ein oberflächliches Abbild von einem abgeschlossenen Projekt schaffen. Wichtigstes Kriterium für die Qualität einer Website ist aber letztendlich der Vertriebserfolg des Kunden. Und wir alle wissen ja, des es durchaus eine Menge extrem schlecht programmierter Seiten gibt, die Ihre Betreiber dennoch reich machen. Man muss dem Kunden aber eigentlich “nur” klarmachen, dass ein benutzerfreundliches Design sowie eine sorgfältige und valide Programmierung nicht mal unbedingt so viel mehr Aufwand bedeuten muss, jedoch dass er sich dadurch mindestens ein Re-Design innerhalb der ersten 2-3 Jahre des Betriebes spart. Leider verstehen die meisten Kunden so wenig von der Schnelllebigkeit des Internets, dass dieses Argument oftmals nicht zählt – denn der Preis ist nunmal heiß in unserem Lande! Schade eigentlich…
Klar, nicht alle sind schwarze Schafe, da gebe ich recht…wär schlimm wenns so wäre.
Ich spreche auch eigentlich nur davon, dass nach meinem Empfinden, solch große Auftritte eigentlich in allen Punkten perfekt sein müssten. Wenn ich für meine relativ kleinen Kunden schon versuche auf alle Möglichen Qualitätspunkte zu achten, so sollte das bei großen Projekten doch eigentlich auch der Fall sein?
Zu “optimal” zähle ich z.B. auch ein gutes URL-Layout, was ja heute keine Kunst mehr darstellt, aber leider bei vielen Auftritten einfach fehlt…dann kommen noch dinge wie individuelle Meta-Tags hinzu… das ließe sich fortsetzen. Einfach Dinge, die heute zum guten Ton gehören sollten.
Aber ich denke einfach das es den Kunden einfach egal sein wird, denn der Normalo achtet anscheinend eh nur aufs Layout…wenn überhaupt
Quote: sitzen daher manchmal bis 2 Uhr morgens vorm PC oder Mac um auch den letzten IE-Bug aus dem verdammten Layout zu prügeln, und dass ohne dabei reich zu werden. Hinzu kommt noch das ständige “Wann bist du denn endlich fertig“ von der lieben Freundin, worauf dann immer das “Gleich, gleich“ folgt, aber …
Ja, da wird mir ganz warm ums Herz, wenn es anderen ähnlich geht und sie es dann auch noch kommunizieren können. Aber Einzelkämpfer sind oft Einzelkämpfer aus ihrem Naturell heraus. Sie identifizieren sich extrem mit dem was sie selbst tun und erreichen damit oftmals einen höheren Grad an Perfektion, als sie es ihnen in Großraumbüros möglich wäre.
Das Eine wie das Andere hat wohl sein Daseinsberechtigung. Trotzdem bleibt der fade Beigeschmack, das Websites von den großen Agenturen überdurchschnittlich unter einem gewissen Standard bleiben.
Ja, ich denke das Freundinen-Szenario ist ganz normal, das geht garnicht anders, es sei denn, die Freundin ist genauso Verrückt nach Webseiten wie man selber…
Aber, das könnte nicht gut gehen, dann gäbs nämlich das Problem, dass man sich plötzlich nicht mehr über Probleme wie “Warum hörst du mir eigentlich nie richtig zu” streiten würde, sondern das Streitthema auf einmal “HTML vs. XHTML” oder “Ruby vs. PHP” heißen würde ;)
Ich glaube eigentlich nicht das viele von uns von Natur aus Einzelkämpfer sind, für mich gab es z.B. einfach nur diese Form der Arbeit… Ich hätte entweder nen Job in einer der Klitschen hier für 3€ die Stunde annehmen können oder wär nach Bayern gezogen, beides wollte ich nicht.
Würde sich in meinem Umfeld ein kreatives Team zusammenfinden, ich wär sofort dabei. Mir geht die Arbeit alleine teilweise doch sehr auf den Sack, man kapselt sich einfach ein bisschen zu sehr ab…und das vollkommen automatisch.
Konkurrenzdenken habe ich z.B. auch nur dann, wenn mir jemand einen Auftrag vor der Nase wegschnappt von dem ich weis, dass das Endresultat einfach nix dolles wird, weil das Know-How fehlt.
Hmmm… Große böse, Kleine gut. Würde ich fast unterschreiben, aber nur fast. Rein logisch sollten große Agenturen durch ihre Größe eine bessere Koordination haben, zuverlässiger sein und so weiter. Und das sind Dinge, die Auftraggeber schätzen. Du kannst noch so gut sein, oder noch so viele Teammitglieder haben, für einen Auftraggeber sind das einfach zu viele Variablen. Er braucht einen Vertragspartner mit den Ressoucen, die für seine Seite nötig sind oder von denen er denkt, dass die Firma sie hat.
Hinzu kommt, gerade bei öffentlichen Aufträgen, die extreme Vernetzung von Kompetenzen, die enorme Komplexität von Verwaltungen und die starren Hierarchien. Und da ist es einfacher mit einer erfahrenen Agentur zu argumentieren als mit einem Hippen Zusammenschluss von Webentwicklern. Das geht einfach nicht.
Da gebe ich dir Recht Eric. Ich würde mir ehrlich gesagt wirklich große Aufträge auch nicht zutrauen, ich bin ja schon froh wenn ich bei meinen jetzigen Aufträgen alles Termingerecht hin bekomme.
Prinzipiell sollten große Firmen auch große Agenturen beauftragen, und es freut mich ja auch wenn in unserer Branche das Geschäft aufblüht und nicht alle für ihre Seite nur noch 400€ ausgeben wollen. Mich ärgert daran dann nur, das das Ergebnis dabei oft miserabel ist… z.B. der Tagesspiegel, ich bin mir hier z.B. sicher das das sogar 2-3 Freelancer sicherlich besser hinbekommen hätten als es jetzt der Fall ist.
Es geht mir nur um die schwarzen Schafe in der Branche, die eben mehr oder weniger zu Unrecht ihren “guten Namen” tragen, einfach weil deren Entwicklung anscheinend 1999 stehengeblieben ist.
Ich teile deine MEinung vollkommen und es es exakt genauso! Das ist alles eine einzige Fetternwirtschaft und da wird mit Beträgen gespielt, bei denen uns Freelancern schwindelig wird. Das Ergebnis ist dann meist nciht einmal 10% davon wert. Ich verstehe diese großen Unternehmen auch nicht wirklich. Haben die denn alle keine Augen im Kopf um zu sehen wie schlecht ihre eigene Seite ist?!?!
Ein grosses Problem sind dabei aber auch einfach mangelnde Lernbereitschaft und Agenturen, die aus dem Print-Bereich kommen und denken, das Web wäre nicht viel anders.
Die mangelnde Lernbereitschaft merkt man schon dort, wo Layouts einem gewissen “Stil” folgen, der eigentlich absolut nicht mehr ins aktuelle Jahr passt. Zwar kann man bei Magazinen und Zeitungen z.B. nicht in jedem Falle “voll Zwonull ey” und sowas sein, aber wenn ich so manche Firmenseiten sehe… allein an der Typographie und der Headergestaltung kann man oftmals den Typ Designer festmachen. Noch schlimmer wird’s dann, wenn diejenigen sich nur mit Photoshop und Dreamweaver, aber kein Stück mit Markup auskennen. In Photoshop die ganze Site basteln, dann im Dreamweaver zurechtbiegen und noch ein wenig Fitzel-Fonts dazu – fertig. Ich könnt so nicht arbeiten.
Naja… und bei Print-Agenturen ist das ja dann nochmal ne Ecke schlimmer. Da kommt dann noch dazu, dass das Verständnis für das Web oftmals gar nicht erst da ist, bzw. von falschen Voraussetzungen ausgegangen wird. Nicht nur, dass ihnen “passt doch” genügt, nein, ich kenn aus eigener Erfahrung auch die Situation, von reinen Print-Agenturen Layouts geliefert zu bekommen. Mein Kunde liegt mir da zwar sehr am Herzen, jedoch merkt man wie weit da die Vorstellungen auseinander gehen. Layout in CMYK geliefert, Menüsystem so komplex, dass man sich am CMS die Zähne ausbeisst, am Besten noch Spaltensatz… da muss man sich die Leute dann erstmal erziehen lol
Ja! Ja! Ja! So oder ähnlich war meine Reaktion beim lesen, dennoch liegt das Problem doch eher beim Kunden, denn wenn schlechte Arbeit unterstützt wird, in dem sie bezahlt wird, dann werden sich solche Schwarzen Schafe auch weiterhin in der Branche halten können. Der Kunde, der verständlicherweise, nicht die Zeit aufbringen kann um sich up2date zu halten, kann wenig bis garnicht beurteilen, wie gut ein Endprodukt ist. So ist es in der Regel auch so, wenn Leute an mich herantreten, dass Sie nach hinten umfallen, wenn sie hören, was alles beachtet werden muss und wieviel Zeit das verschlingt. Kein Wunder, ist doch der Webdesigner genau dafür verantwortlich, sich Gedanken zu diesen ganzen Themen zu machen. Als Freelancer scheint das manchmal ein Fass ohne Boden, und die Nächte häufen sich, an denen man die Sonne aufgehen sieht.
Ich kann deine Gründe nachvollziehen, warum du frei schaffend bist, niemand gibt gerne seine Heimat auf, vor allem dann nicht, wenn man Familie und Partner zurücklassen würde. Und die Alternative mit dem kleinen Laden, wo man vollkommen fehl am Platz ist, scheint auch nicht attraktiv. Ich glaube das man heutzutage auch über große Entfernungen ein kreatives Umfeld aufbauen kann, mit Gleichgesinnten und koordinierter Arbeit, als Beispiel das Team von: cssNeustart und unter diesem Aspekt denke ich, könnte eine “virtuelle” Agentur aus Freelancer bestimmt Erfolg haben. Etwas vom Thema abgekommen. ^^
Ich würde eher denken, um so größer, um so größer die Gefahr, die Übersicht/Überblick zu verieren… Nun ja, Qualität kostet halt! Es gibt nichts um sonst, hinten kommt immer das selbe raus, sagte mein Großvater schon. Aber es gibt halt immer noch Menschen, die denken man musste z.B. eben nicht mehr als 400€ ausgeben, vor allem die, die Entscheidungen treffen müssen aber nicht können, auf Grund ihrer Unwissenheit, was sie natürlich nie zugeben würden. Aber man sollte doch zu seinen Defiziten stehen und Leute heranziehen die wirklich was von der Materie verstehen… Effizientes Deligieren, bzw., “koordinierte Arbeit” ist die Deviese… Nur nicht entmutigen lassen, Qualität zahlt sich am Ende früher oder später entsprechend aus.
LG macht weiter so
Kommentar-Feed für diesen Artikel
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.
Textpattern Kommentarmenü-Bug gefixt Die Gedanken sind frei...


Nunja dieses “vor-Urteil” möchte ich nicht ganz unterstützen. Sicherlich gibt es einige auch große Auftritte, die immer wieder die Grenze des Akzeptablem unterstreiten, ebenso gibt es aber auch viele Agenturen, die wirklich geniales Webdesign betreiben. Über eins muss man sich allerdings nicht mehr streiten, dass Zeiten vom Tabellendesign längst, gerechtfertigt, vorbei sind…
Bezogen auf die DeutschePost Website ist das Design schon durchdacht und auch die Navigation unter Usability Gesichtspunkten entwurfen, leider ist doch vielmehr das Problem, wie es sehr oft bei Dell auftritt, dass verlinkte Seiten ins Nirwana führen…