SEO

Ach ja, diese drei Buchstaben SEO lassen doch manch ehrlichen Webentwickler/Webdesigner unter uns immer wieder erschaudern. Dabei sind SEOs eigentlich Menschen wie du und ich, ja klar, sie gehen für Backlinks meist über Tische und Bänke, der eine noch halbwegs “legal”, andere wiederum sorgen mit Kommentarspam immer wieder dafür, das wir Blogger auch noch etwas zutun haben.

Gut, ich gebe zu, auf Arbeit sind diese 3 Buchstaben auch etwas um das ich mich kümmern muss, doch dabei ist mir nun ein großer Unterschied zwischen reinen SEOs und Leuten mit dem gewissen Webdesign-Background aufgefallen.

Für viele SEOs zählen eigentlich nur 2 Sachen. Content und Backlinks. Was den meisten von Ihnen anscheinend egal ist sind dagegen Layout und Webstandards.

Wenn ich durch Zufall mal wieder über eine dieser SEO-Seiten stolpere, zieht sich da oft immer das selbe Bild hindurch…

  1. Die Seite läuft höchstwahrscheinlich mit Wordpress, weils dafür einfach die meisten Themes und irgendwelche Plugins gibt, oder jede HTML-Datei wurde einzeln erstellt.
  2. Der Code hat eine Qualität von 1996, hat meist etliche Validierungsfehler und irgendwelche Codesnippets von anderen Seiten wurden ohne Überprüfung einfach übernommen
  3. Das Layout ist meist ein Wordpress-Theme. Ist die Seite besonders wichtig, so wird dem Theme sogar noch eine alternative Headergrafik spendiert, aber das wirklich nur in Ausnahemfällen.

Das einzige auf was geachtet wird sind direkte Suchmaschinenschädlinge wie z.B. Frames, Flash oder auch JavaScript-Links. Was hingegen oftmals zu gut gemeint wird ist der Umgang mit HTML-Tags wie <h1>, das dann gleich mehrmals Verwendung findet.

Fragt man einen SEO warum er denn konsequent die Empfehlungen des W3C missachtet kommt oft sowas wie “Ach, Funktionieren muss es, und vor allem nicht mehr als 100€ kosten”.

Kein Wunder, denn hier geht es ja meist darum eine Seite so schnell wie Möglich aus dem Boden zu stampfen, die Masse machts halt. Wo natürlich mehr Zeit investiert wird ist dann die Beschaffung von Backlinks. Da wird getauscht, gekauft und verkauft, Artikelverzeichnisse besudelt und im schlimmsten Fall auch Kommentarspam vollzogen.

Tja, der Erfolg tritt dann zwar auch oft ein, und die Suchenden kommen vielleicht auch auf die passende Seiten, doch dürfte die Absprungrate hier auch vieles wieder zerstören was durch Backlinks aufgebaut wurde.

SEOs sehen wohl zu oft das einzige Ziel vor Augen, nur mehr Hits zu generieren, ob die Leute dann durch eine wirklich funktionierende Seite, mit ansprechender Optik und guter Nutzerführung auch wirklich den Service nutzen oder das Produkt kaufen scheint leider oft zweitrangig.

Zu guter letzt noch eine Mutmaßung warum das denn so ist:
Viele der Optimierungsspezialisten verlangen zwar gerne ansprechende Summen für eine Optimierung, wollen im Gegenzug aber in die On-Page-Optimierung auch so wenig wie Möglich investieren. Zum Glück haben viele der Webworker mit einem gewissen Anspruch auf Qualität schon gelernt, sich nicht unter Wert zu verkaufen, was die meisten SEOs dann dazu treibt sich ihre stillen Helferlein in dunklen SEO-Foren oder gar bei Jobbörsen zu ersteigern.

Ich habe wirklich überhaupt nichts gegen Suchmaschinenoptimierung, gerade weil ich mich selber damit oft befassen darf, allerdings nur wenn sie wirklich Sinn macht und am Ende der gesamte Erfolg im Mittelpunkt steht, und nicht nur die Anzahl der Klicks oder die Position in den SERPs.



Kommentare zum Thema Die Suchmaschinenoptimierer und Webstandards:

1 | Lothar Baier schrieb am 22.01.2008 um 00:58
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Diese sogenannten SEOs machen sich meist schon dadurch lächerlich, dass ihre eigenen Seiten einfach schlechte Resultate in den Suchmaschinen haben. Wenn mir einer SEO verkaufen will, dessen eigene Seite einen PR von 0 bis höchstens 3 aufweist, eine einstellige Technorati-Authorität hat und in der Google-Suche nach “Suchmaschinenoptimierung” nicht unter den ersten hundert Treffern zu finden ist, so ist mir wirklich egal, ob er Webstandards beachtet oder nicht.

2 | Christian schrieb am 22.01.2008 um 08:09
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Als KO-Kriterium würde ich das nicht mal sehen…. ich selber finde meine Firmenwebseite mittlerweile z.B. potthässlich… gerne hätte ich sie in den letzten 1 1/2 Jahren überarbeitet, doch irgendwann kommt eben der Punkt wo man lieber für Kunden arbeitet und nicht mehr für die eigene Seite, vielleicht sieht das in Punkto SEO ja ähnlich aus?

Die SEO-Branche ist für mich hingegen aber immer ein wenig undurchsichtig und ist manchmal schon wie auf einem Schwarzmarkt “Eyyyyyyy, ich hab hier n PR7-Link”… “Was, n PR7-Link”…. “PSSSSSTTTT, GENAAAAAAAU” ;)

3 | Markus schrieb am 23.01.2008 um 17:27
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Es gibt ja „solche“ und „solche“. Vor Jahren gab es plötzlich immer mehr „Webdesigner“: Leute, die der Meinung waren, dass NetobjectsFusion oder Frontpage ausreichen (meist als Beigabe zu Strato-Webhostingpaketen, etc.) um vernünftige Websites zu erstellen. Diese Seiten waren sowohl optisch als auch vom Quelltext her unterirdisch schlecht. Aber es funktionierte, denn viele (vor allem kleine) Firmen wollten nicht viel Geld ausgeben und da kamen die Hobby-Webdesigner gerade recht, die neben Studium, Schule, etc. günstig irgendwas entwarfen. Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen und viele der Webdesigner haben heute entdeckt, dass „SEO“ ein neues Schlagwort ist, dass sich gut verkaufen lässt. Denn wenn du Preise von 100 € anführst, dann sind das keine Firmen die so etwas richtig in größerem Maßstab anbieten, sondern höchstwahrscheinlich genau die gleichen Bastler, die früher mal glaubten, sie wären Webdesigner. Und in Sachen Standards und semantisches HTML haben diese nicht viel mehr dazugelernt (dank Netobjects und Co.)

4 | Steffi schrieb am 16.04.2008 um 23:46
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Sicherlich gibt es verschiedene Arten von “SEO” wenn man es genau nimmt 3 der Hobby-SEO wie von Markus beschrieben, dann den BLACK-HAT-SEO der schlimmste aller SEOs und natürlich die guten WHITE-HAT-SEOs.

Viele von denen (White-Hat) haben nicht einmal eine eigene Website oder das Ranking ist schlecht aber warum? Christian hat es auf den Punkt gebracht eigene Projekt lohnen sich mehr bzw. nehmen soviel Zeit in Anspruch das für die eigene Seite keine Zeit mehr ist.

Um einen seriösen SEO zu erkennen sollte man immer auf eventuelle Mitgliedschaften achten und sich die Referenzen zeigen lassen dann ist man auf der sicheren Seite und kann davon ausgehen an keinen Hobby-SEOISTEN gelangt zu sein. Und wer glaubt er bekommt für ein paar Hundert Euro eine Suchmaschinenoptimierung mit TOP10 Garantie der ist selber Schuld.

Jaa SEO ist der Trend aber warum hat der SEO so einen schlechten Ruf? Wenn ich mir bei My-Ha***er die Angebote ansehe das TOP10 Positionen für 10,00 Euro verkauft werden kräuseln sich mir echt die Nackenhaare. Wenn ich sehe, dass man GARANTIERT in 5000 Suchmaschinen für 4,99 eingetragen wird und das mit TOP10 Garantie dann weiß ich warum bei dem Wort SEO viele an MAFIA oder Betrug denken.

Mal im ernst wer kennt schon 5000 Suchmaschinen geschweige denn wer braucht diese? Es gibt nur eine und die ist die Mutter aller Suchmaschinen :-)

Meine Meinung dazu diese kann gelöscht, komentiert oder zur Kenntniss genommen werden.

5 | Gernot Gawlik schrieb am 24.11.2009 um 16:27
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Hallo, vielen Dank für den netten Artikel, den ich im Großen und Ganzen sogar bestätigen kann. Jetzt frage ich mich aber was genau Du mit “eine dieser SEO-Seiten” meinst. Die Webseite in der sich ein SEO präsentiert, also quasi seine Unternehmenspräsenz, sollte natürlich den Standards entsprechen. Bei einer für “SEO-Zwecke” eingerichtete Domain erachte ich das für nicht zwingend, auch wenn ich persönlich auch dort auf W3C-Konformität achte.

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