Das ist mir heute so durch den Kopf geschossen.
Ich weiß noch, es war ein paar Jahre her… da hörte ich auf einmal etwas über eine Weiterentwicklung des JPEG-Formats, die sich stolz JPEG2000 nannte. Ich habe diesen “Standard” damals sogar mal kurz ausprobiert, weiß Heute aber schon nicht mehr warum ich es dabei belassen habe.
Nun bin ich Heute wieder irgendwo über dieses Format gestolpert und fragte mich, warum dieser Standard eigentlich gefloppt ist?
Wenn ich ehrlich bin liest und hört man von JPEG2000 doch recht wenig… außer das es mir ab und an in der Exportliste von Irfanview begegnet.
Laut Wikipedia hat das Format ja zumindest theoretisch einige Vorteile… wie eben bessere Bildqualität bei gleicher Dateigröße. Warum jedoch unterstützt das Format kaum eine Software, nur wegen der höheren Hardwareanforderung (die sich ja im laufe der Zeit relativiert haben müsste)?
Wenn jemand Erfahrungen oder Infos hat, immer her damit.
Achso, und wann kommt eigentlich PNG mit mehreren Frames?
Kommentare zum Thema Warum ist JPEG2000 gefloppt?:
1. Ich wünsche mir auch PNGs mit mehreren Frames! Dann könnten wir endlich animierte, sich drehende @ Zeichen mit Alpha-Transparenz und 24bit vor die E-Mail Links knallen. Das wären die 90er im 21. Jhrd. Grandios! :)
2. Soweit ich das mitbekommen habe hat sich JPG2000 schlicht und ergreifend nicht durchgesetzt, weil die Lizensierung der Technologie zum Öffnen und Speichern dieses Formates zu teuer war. Sogar Adobe hat sich geweigert den Deal einzugehen, sodass man JPG2000 nur mit zusätzlichem PlugIn öffnen/speichern kann. (Angaben zur Zeit von CS. Hat das mal jemand mit CS2/CS3 versucht??)
Soweit von hier.
Viele Grüße aus Bonn,
Oliver
Jau das sieht wohl düster aus. Von APNG hab ich ja sogar schonmal gehört/gelesen, aber von MNG noch nie…
Sicher, Animationen wie z.b. Mehr-Frame-Gifs setze ich zwar auch relativ selten ein… aber mit Alpha-Transparenz wäre es dann doch noch etwas besser einsetzbar… obwohl ich schon monströse Dateigrößen dafür vor meinem geistigen Auge habe… aber bis es da einen einheitlichen Standard gibt leben wir sowieso alle auf dem Mars und ernähren uns von fliegenden Würsten.
JPEG2000 im Hausgebrauch eher weniger, das stimmt wohl… angesichts der heutigen Festplattengrößen ist es da egal ob ein Bild nun 4 oder 3MB groß ist. Ich hätte für JPEG2000 auch eher das Web als Spielwiese gesehen, wo wir doch immer alle auf möglichst kurze Ladezeiten achten ;)
Apropo… ich war gestern mal wieder enttäuscht wie schluderig die Web-Formate meine Grafiken umrechnen.
Ich hatte da ein Bild das 10.000PX hoch war und 200px breit, allerdings bestand das gesamte Bild nur aus zwei 1px breiten Streifen an den äußeren Rändern die sich von oben nach Unten erstreckten (keine Farbverläufe oder sonstiges, nur 2 Farben: transparent und grau)
Nun dachte ich der Algorithmus würde einfach erkennen das sich die erste Pixellinie 10.000x wiederholt… statt dessen spuckte mir selbst PNG8 noch eine 10kb große Datei aus…
Ups, muss mich berichtigen:
Die Datei ist 200×8000px groß und wiegt in PNG8 knapp 6Kb. Logisch, das ist eigentlich vollkommen egal, 6Kb sind ja heute nicht die Welt… aber schon vom Prinzip her steckt da ja irgendwo noch Verschwendung drin.
Aber komisch ist doch… wenn Fireworks hier 602Byte ausspuckt und Photoshop gleich ein paar Kb… dann muss doch bei Photoshop anscheinend ein anderer Algorithmus arbeiten?
@Peter Ja OptiPNG hatte ich auch schon mal ausprobiert, allerdings hat das Programm bisher bei kaum einer Datei wirklich angeschlagen und mehrere Prozent an Dateigröße eingespart, meist war es wirklich nur im Byte-Bereich spürbar. Dennoch werd ichs wohl hier nochmal versuchen.
@Alex Also gibt es das Format dort um die einzelnen Frames zu exportieren? Wird da nicht normalerweise mit verlustfreien Formaten gearbeitet?
Ich denke, dass JPEG einfach völlig ausreichend für nahezu jeden erdenklichen Zweck ist, wo Bilddaten gespeichert werden sollen, die nachträglich nicht mehr oder nicht häufig bearbeitet werden (für andere Anwendungsfälle gibt es z.B. TIFF).
So ist das eben: Wenn eine Technologie so weit ist, dass sie die menschlichen Wahrnehmungsfähigkeiten völlig ausreizt (16 Millionen Farben, hohe Auflösungen, praktisch keine Kompressionsartefakte bei entsprechender Qualitätseinstellung), bleibt sie. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.
Eine ähnliches Beispiel ist das HD-Fernsehen, das sich zwar langfristig wahrscheinlich durchsetzen wird, aber doch nicht so schnell angenommen wird, wie von der Industrie erhofft. PAL deckt nun mal bereits die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit, was bewegte Bilder angeht, schon sehr gut ab.
Ich recherchiere genau zu diesem Thema für meine Diplomarbeit. Soweit ich es momentan überblicken kann setzt sich JPEG2000 als Langzeitarchivierungsformat durch und wird somit bevorzugt in Bibliotheken und Archiven verwendet. “Bei der Entwicklung von JPEG 2000 wurden ausdrücklich die Kriterien berücksichtigt, die die Langzeitarchivierung an ein Format stellt.” (nestor – materialien 4, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0008-20051024019) Allerdings suche ich auch noch vergeblich nach handfesten verwertbaren “Beweisen”.
“Second Life nutzt JPEG 2000 zur Speicherung sämtlicher Grafiken/Texturen” http://de.wikipedia.org/wiki/Jpeg2000
Das finde ich dann nicht wirklich “gefloppt” ;o)
Hallo Tastenquälerin,
naja, nur weil ein Spielchen auf das Format setzt ist das ja noch kein Erfolg. Ich rede ja eher vom Erfolg bei der breiten Masse, also z.B. auf Webseiten, Browserplugins oder auch dem Output bei Digitalkameras oder Bildbearbeitungssoftware, und da ist bisher leider noch nichts passiert.
JPEG war halt ein großer Erfolg bei der breiten Masse, bei JPEG2000 hingegen hat man davon nichts gespürt.
Hallo!
Ich kenne JPEG2000 von meinem Hobby (Amateurfunk)! Wer mit Pactor (Datenfunk über Kurzwelle) Bilder verschicken will, kommt an diesem Format nicht vorbei. Bei Datenraten um die 4800 Bit/s ist jedes Byte was man raus holen kann, bei gleicher Bildqualität Gold wert.
Schade dass es sich nicht durchsetzt. Ich denke das hängt vorallem mit dem stark erhöten Rechenaufwand zusammen, der bei Digital Fotos wohl ein Problem ist.
MfG Owz
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Firefox 3 und Opera 8.5 wollen meines Wissens APNG unterstützen und Konqueror kann glaube ich MNG. Die Situation rund und animierte PNGs darf man damit wohl als finster bezeichen.
JPG2000 fehlt glaube ich die Killer-Applikation. Die Vorteile sind nicht so groß, dass sich der Einsatz für den Hausgebrauch (Digicams usw.) lohnen würde.