Es ist schon lustig, da fällt einem durch Zufall eine uralte Backup-CD in die Hände (ich glaube eine meiner ersten gebrannten CDs) und irgendwie kommt einem beim anschauen der darauf gespeicherten Daten ein kalter Schauer über den Rücken.

JPGs und GIFs sind bis in die Unendlichkeit komprimiert, extreme Farbverfälschungen durch ein 20-30% JPG schon fast Standard. GIFs generell mit maximal 32 oder wenn man es gut gemeint hat auch mal 64 Farben. Verläufe sind keine richtigen Verläufe, sondern vielmehr eine Treppe in großen Stufen.

Das seltsame ist aber, das man sich früher nie über die Qualität dieser Grafiken beklagt hat. Kaum jemand hatte etwas gegen die eigentlich doch so offensichtlichen Fragmente des JPGs, auch wenn diese so direkt selbst auf dem Wallpaper ersichtlich waren.

Heute wäre eine solche Komprimierung fast undenkbar. Eine Webseite die solch stark komprimierte Grafiken nutzt/nutzen würde, würde auch sofort billig, dreckig und irgendwie alt wirken.

Doch was brachte den Umbruch? War es nur die Tatsache das DSL zum Standard wurde, oder viel mehr das unsere Ausgabetechnik um einiges besser ist als noch vor einigen Jahren? Hat mein damaliger 15 Zoller vielleicht einfach die JPG-Fragmente verschluckt, und die Farbunterschiede vielen mir durch den ständigen Grünstich ja auch gar nicht erst auf?

Immer wieder verblüffend wie sich doch die Ansprüche schleichend aber dennoch sicher verschieben, oder?



Kommentare zum Thema Unser Verhältnis zur Qualität von Webgrafiken:

1 | Dominik schrieb am 14.07.2008 um 21:59
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Oooooohjaaaa… Ich habe letztens eine Sammlung an “Grafiken” vernichtet, weil die einfach zu grottig waren. Daneben waren die Bilddateien wild durcheinander gewürfelt, hatten eine fortlaufende Nummer und lagen im Wurzelverzeichnis der CD. Keine Unterverzeichnisse oder sprechende Namen… Mir lief’s kalt den Rücken runter ;-)

Interessanterweise erinnere ich mich aber noch sehr gut daran, wie ich voller Stolz diese CD erstellt habe – immerhin habe ich das letzte Bit auf der CD ausgereizt.

Wie gut, dass es heute vernünftige Verwaltungstools, SVG-Grafiken und große Speichermedien gibt, die solche “Verbrechen” nahezu verhindern zu wissen :-)

LG
Dominik

2 | Carsten schrieb am 15.07.2008 um 08:37
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Ich denke auch, dass früher (und jetzt rede ich < 2000) diese Qualität einfach akzeptiert wurde, weil das Internet sonst nicht durch die 14.4er gepasst hätte. Ausserdem konnte man selbst ja keine schöneren Grafiken erstellen, Photoshop und Gimp hatte ich jedenfalls noch nicht gesehen.

Dazu kommt auch, dass die ollen 15” Schirme einfach ein wenig geschmiert haben. Das ist aber jetzt eine rein subjektive Meinung. Ich erinnere mich aber mit grausen an den alten Monitor, den mein Vater bis vor 2, 3 Jahren noch benutzt hat… ;-)

3 | macx schrieb am 15.07.2008 um 09:17
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Ich habe damals, wie auch heute, Grafiken immer “optimal optimiert”. Das hieß vor zehn Jahren und heißt heute: Ich finde einen Kompromiss zwischen kleinster Größe und beste Qualität. Von daher hat sich bei mir gar nichts geändert.
Da sahen meine Grafiken damals wohl besser aus als deine. ;-)

4 | Christian schrieb am 15.07.2008 um 11:00
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@Carsten Für mich gab es aber keinen eindeutigen Umbruch bei dem ich gesagt hätte “Boah, man sieht das jetzt aber alles anders aus.” Die Verbesserung der grafischen Qualität war irgendwie ein schleichender Prozess den man irgendwie erst dann bemerkt wenn man sich mal wieder altes grafisches Gedöns ansieht :)

@macx Grafiken “optimiert” habe ich damals auch, nur hat man die für damalige Zeiten doch eher schlechte Qualität ja nicht wirklich wahrgenommen, es war einfach der “Standard”, oder hättest du ums Jahr 2000 herum ein 80% JPG auf einer Otto-Normal-Webseite verwendet? ;)

5 | macx schrieb am 15.07.2008 um 14:56
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Wie gesagt: Ich habe auch damals schon einen Kompromiss zwischen Ladezeit und Qualität gesucht. Wenn ich also ein Bild hatte, welches 80% benötigte, um gut erkennen zu können, dann habe ich das auch verwendet.

6 | Christian schrieb am 15.07.2008 um 15:44
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Also du hast deine Grafiken vor 8 Jahren nicht stärker komprimiert als heute? :)

Die Sache ist doch die, das man früher eher mal über ein Fragment im JPG hinweg gesehen hat um die Ladezeiten möglichst gering zu halten als wir es heute machen. Heute können wir auch Seiten raushauen die über 100Kb wiegen, damals war das für einige schon der Todesstoß.

7 | Ansgar schrieb am 18.07.2008 um 19:38
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Warum sollte man Seiten heute über 100kB machen, wenn man sie bei vernünftiger Qualität (einem guten Kompromiss) auch kleiner halten kann? Stichwort: Mobilfunk. Es hat sich nichts geändert. Die Monitore sind kleiner geworden, die Bandbreiten auch … zumindest wenn ich GPRS im ländlichen Raum nutze und mein Handy an Bord ist. Und das ist nicht wirklich selten der Fall.

8 | Christian schrieb am 18.07.2008 um 21:07
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@Ansgar Wer sagt denn das man eine Seite über 100Kb dick machen muss, nur muss man sich heute nicht so zurückhalten wie noch vor 6 oder 8 Jahren. Wenn ich eine Seite mit 30Kb bei guter Optik hinbekomme ist das auch Ok. Guck dir mal meine Seite an, vor 6 Jahren hätte ich die Headergrafik sicherlich nicht in der Qualität ausgeliefert sondern hätte sie statt mit 80% wohl eher mit 40 oder 50% gerendert.

Zum Thema Handy… gut dafür gibt es im Prinzip immer noch ein gesondertes Stylesheet (Jaaaa, ich weiß, da spielen noch nicht alle Handybrowser mit), ansonsten kann man denke ich in solchen Ausnahmefällen auch mit einer 100KB-Seite noch leben, denn für eine winzig kleine Minderheit (Jaaaaa, ich weiß, die Minderheit wächst) verschrabbel ich nicht künstliche meine Grafiken.

9 | Webstandard-Team schrieb am 21.07.2008 um 15:55
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20-30%? Nicht schlecht ;o)

10 | Webdesign Berlin schrieb am 27.08.2008 um 13:23
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Hmm, ganz so schlimm hatte ich das mit der Komprimierung nicht im Gedächtnis. Aber jetzt wo du’s sagst… ;-)

Ich würde mal sagen, im ganzen Bereich Technik (insbes. Internet) kann man den Spruch gänzlich vergessen: “Früher war alles besser.” :-)

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