Wordpress ist ja nun mit Abstand das beliebteste (warum auch immer) Blogsystem am Markt. Vermutlich greifen bald 90% der Neublogger direkt zu Wordpress. Immerhin gibts da ja die meisten Plugins, Widgets und natürlich auch die meisten Themes.

Also wird Wordpress schnell auf dem kleinem 2€ Webspace installiert auf dem auch schon die 10 anderen Webseiten liegen, dazu dann noch ein Theme installiert, 30 Plugins hinzugefügt und fertig ist das eigene Blog.

Für 95% der Blogger ist dieser Ablauf wahrscheinlich vollkommen Ok. Man schreibt nun 5, 10 oder vielleicht auch 20 Artikel, verliert dann die Lust am schreiben und verfasst vielleicht nochmal alle paar Wochen einen Artikel über das Leben seiner Wasserschildkröte um seinen Blog nicht als gänzlich gestorben anzusehen, denn für irgendwas muss die ganze “Arbeit” ja gut gewesen sein.

Bei den restlichen 5%, vermutlich liegt die Zahl noch weit darunter, tuen sich jedoch oftmals irgendwann Probleme auf. Mann bleibt am Ball, schreibt ständig neue und vor allem gute Artikel die die Leser ansprechen und diese zum kommentieren anregen. Täglich guckt man dann gespannt auf seine Statistik und freut sich das man diesen Monat wieder ein paar hundert, tausend oder auch hunderttausend Zugriffe mehr hatte als im letzten.

Doch dann? Huch, warum muss der Besucher auf einmal 2 Sekunden warten bis sich meine Seite bei ihm aufbaut? Wieso ist meine Seite manchmal nicht mehr erreichbar? Genau dieses Problem hat z.B. gerade Achim Schaffrinna vom Design Tagebuch. Der Grund ist aus meiner Sicht schnell gefunden:

Nicht das Shared-Hosting-Paket ist hier der Engpass, sondern wie so oft ist es Wordpress das irgendwann die Flinte ins Korn wirft. Achim berichtet von knapp 200.000 PIs(Page Impressions) im letzten Monat. Wahrlicht für viele eine große Zahl, doch runtergerechnet für einen Server mehr als lachhaft. Würde man eine halbwegs gleichmäßige Verteilung der Anfragen voraussetzen wären das ca. 6450 Aufrufe pro Tag. Natürlich schwanken solche Zugriffe, und zwischen 23 und 8 Uhr morgens wird wohl auch wenig los sein, dennoch kann man davon ausgehen das die Seite auch bei einem Peak kaum mehrmals pro Sekunde berechnet werden muss.

Mir wurde mal gesagt das man ab einer Parsetime von über 0.4 Sekunden reagieren und optimieren sollte. Nun, bei vielen Wordpressblogs mit guten Besucherzahlen liegen diese Werte teilweise auch bei einigen Sekunden.

Somit sollte man sich bei Wordpress wohl darüber im klaren sein, das wenn man vor hat ein hoch frequentiertes Blog auf die Beine zu stellen, man ab einem gewissen Besucheransturm technisch reagieren muss.

Entweder man bestellt sich einen dicken Server, oder man bedient einige Stellschrauben, aktiviert z.B. das APC-Modul , oder unternimmt sonstiges um der “Anfragenflut” Herr zu werden.

Will man mit seinem Blog erfolgreich bleiben, so sollte man neben gutem Inhalt und ansprechendem Design auch Wert auf eine gute Erreichbarkeit und zügige Auslieferung der Seiten legen. Ich z.B. hasse es wenn ich mich durch eine Seite quälen muss weil ich nach jedem Klick trotz dicker DSL-Leitung immer 5 Sekunden warten muss.

Aso, Basti, ich lese dein Blog wirklich gerne, aber genau auf dich trifft langsam die oben beschriebene Problematik zu, ich warte aktuell eeeeeeewig bis ich endlich mal deine Beiträge begutachten kann. Aber nicht traurig sein… du bist damit aktuell nicht allein in meinem Feedreader ;)



Kommentare zum Thema Wordpress und die Performance:

1 | Thomas schrieb am 10.08.2008 um 18:31
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Ich glaube du hast da etwas verwechselt. Das Design Tagebuch ist von Achim Schaffrinna. Kai Müller blogt unter stylespion.de oder kaimueller.org.

2 | Daniel schrieb am 10.08.2008 um 18:49
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Die miserable Performance von Wordpress besteht leider ja schon im Backend.

3 | Christian schrieb am 10.08.2008 um 19:06
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@Thomas Ups, danke für den Hinweis. Ist berichtigt.

@Daniel Mit dem Backend musste ich mich zum Glück noch nicht groß befassen… aber das lässt dann wirklich auf Missstände schließen.

4 | Veit schrieb am 12.08.2008 um 00:13
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Verdammt wichtig und oft unterschätzt sind die Optimierungen, die man im Frontend rausholen kann. Wenn eine Site lahm ist, geht idR. 90% der Wartezeit wegen unnötiger Requests drauf. Es werden eben immer nur 2 gleichzeitig bearbeitet und jede Anfrage braucht Zeit, eh sie bearbeitet wird. Also: Image-Sprites nutzen, CSS in einer Datei zusammenfassen, JS zusammenfassen und minifyen, evtl. gzip an auf dem Server, und dann das Ganze mal mit YSlow überprüft – man wird oft überrascht sein, was das so ausmacht.

Trotzdem muss ich dir Recht geben: Wordpress ist oft nicht das Gelbe vom Ei. Gibt zwar so einige performance-steigernte Plugins, aber man sollte doch lieber von Anfang an auf ne vernünftige Basis setzen ;)

5 | Basti schrieb am 12.08.2008 um 13:35
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ich weiss, ich weiss, ich weiss! und ich weine?! was soll ich machen? ich habe schon ein pro paket! ich habe kaum plugins aktiviert…. ich habe 10 plugins aktiviert, mein theme is extreme small, bis auf die header images, die aber maximal 20kb gross sind? und nun? was soll ich machen damit die performance besser wird?

6 | Christian schrieb am 12.08.2008 um 13:59
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Mhm, versuch mal das hier, ansonsten gibts noch andere Stellschräubchen an denen man drehen könnte.

Dein Problem ist auch auf keinen Fall das Ladevolumen deiner Seite, man merkt das einfach die Berechnungsdauer vom Server zu lange ist… der restliche Aufbau der Seite geht dann ja schön schnell.

7 | JHR schrieb am 21.08.2008 um 11:41
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@Basti du bist ja anscheinend bei Strato. Deren MySQL DB sind sowas von langsam… da kann man so viel optimieren wie man will es wird nichts schneller ;-)

8 | Thomas schrieb am 25.08.2008 um 12:30
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Eine gute Darstellung von Wordpress Problemen. Danke dafür.
Ich selbst habe mittlerweile die Lust an Wordpress verloren und mich statt dessen für Drupal entschieden.
Das ist stabil und läuft ohne Probleme. Dazu gibt es eine sehr gute Community – auch auf deutsch.

9 | Oliver schrieb am 01.09.2008 um 14:59
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Oft sind aber auch verlinkte Grafiken auf Blogportale ein Problem, oder Statistikprogramme die vorgeladen werden. Man kann nicht nur WP die Schuld geben. Das Backend allerdings ist oft sehr träge.

10 | Thomas schrieb am 29.01.2010 um 22:53
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Hallo, seit kurzem bietet Google in den Webmastertools eine Möglichkeit, den eigenen Seiten-Speed zu messen und mit anderen Webseiten zu vergleichen “Google Laps—>Website Leistung”. Bei meinem Wordpress-Blog kamnen dabei keine schönen Ergebnisse heraus. Die Plugins fressen scheinbar ganz schön Performance. Für ein gutes Ranking bei Google werden Faktoren wie Ladezeit einer Website aber immer wichtiger.

11 | Ralf schrieb am 06.03.2010 um 18:29
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Ups, mein Freundeskreis war bis dato immer sehr begeistert von Wordpress. Ich schwanke noch zwischen Drupal und Wordpress, da ich die Webseite eher als eine Art Content Management betreiben möchte, bei dem Beiträge nicht automatisch auf Basis des Datums nach hinten rutschen. Da soll Drupal ganz gute Plugins haben. Von wegen Performance hab ich auch noch nichts schlechtes gehört. Falls jemand einen besseren Tipp hat. Bitte melden!

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