Suchmaschinenoptimierung ist seit einiger Zeit ja das Thema im Netz wenn es um die Generierung von Traffic geht. Dabei unterscheidet man grob zwischen zwei Optimierungsbereichen:
- Der OnPage-Optimierung
- Der Off-Page Optimierung
Die OnPage-Optimierung betrifft alles was man selber an der Seite ändern bzw. optimieren kann, also den Quelltext, Metatags, Ladezeiten/Dateigrößen, URLs usw., während die OffPage-Optimierung all das betrifft was man von externen Seiten tuen kann um der eigenen Seite einen Rankingbonus zu verschaffen. Die OffPage-Optimierung besteht damit wohl zu 99.9% aus Linkbuilding ;)
Nun ist mir schon oft aufgefallen das viele Seitenbetreiber unendlich lange an ihrem HTML-Gerüst herumschrauben. Da werden die wichtigsten Keywords in <h1 /> gewrapped, Alt-Attribute für gewagte Keyword-Kombinationen missbraucht und möglichst alles genau so gestrickt wie es der letzte SEO-Artikel empfohlen hat (z.B. auch: immer alle wichtigen Wörter in <strong />. Ist man dann fertig mit diesen Optimierungen liest man plötzlich einen neuen Artikel der besagt das <h1 /> ja gar nicht mehr gewertet wird und nun <h2 /> der neue Schlüssel zum Glück wäre. Also fängt man von vorne an und strickt seine Seite zumindest Codetechnisch nochmal um, und vergisst dabei gerne auch die Semantik.
An den URLs wird auch oft bis zur Vergasung geschraubt. Möglichst sollte jedes erdenkliche Keyword darin vorkommen. Doch sollen jetzt Ordner oder doch .html-Dateien von mod_rewrite vorgegaukelt werden?
Viele Mythen ranken sich um die OnPage-Optimierung, und am Ende stelle ich für mich folgendes Fest: Simples und gutes Handwerk ist immer noch die beste Medizin. Es gibt keine Pauschalaussagen für die Bewertung von einzelnen HTML-Tags oder URLs. Macht die Seite einfach so wie ihr sie für eure User schreiben würdet. Setzt die semantisch korrekten Tags und nicht die die im letzten SEO-Ratgeber als Wunderwaffe ausgezeichnet wurden.
Ich habe schon so einige Seiten hin und her optimiert, doch nie sind mir große Sprünge im Ranking aufgefallen die auf eine solche Änderung zurückzuführen sein könnten. Es zählt also einzig und allein die allgemeine Zugänglichkeit. Am Ende ist das Hauptkriterium dann meist eh die Anzahl und Qualität der Backlinks… eine reine OnPage-Optimierung trägt ohne eine gewisse Masse an Backlinks (und die unterschätzt man meistens) nur sehr begrenzt Früchte.
Kommentare zum Thema OnPage SEO: Was bringts?:
Würde ich alles unterschreiben. Als ich vorgestern(?) von dem Google-Blog-Artikel und der Diskussion um Mod-Rewrite gelesen habe, wurde mir schon wieder ganz anders. Geht es bei beim Auslassen von Parametern bei der Url wirklich nur um Google (hat sich ja anscheinend erledigt – Google kann einfach alles :-D )? Schöne Urls sind auch etwas fürs Auge und fürs Gedächtnis. Die Leser werden es einem danken, wenn sich die verdammte Url gut merken lässt…
… um mal ein Thema aus deinem Post aufzugreifen…
Ähem, zu onpage Seo gehören aber auch noch viel grundlegendere Dinge, wie z.B. sprechende URLs usw., die schon sichtbaren Erfolg bringen können, aber evtl. auf SEO Seiten von den Experten nicht mehr erwähnt werden, weil Standard.
Ich halte allerdings auch nicht viel davon irgendwas im Quellcode rumzuhacken, oder an der Semantik/ Zugänglichkeit zu ändern, nur um besser gerankt zu werden.
Kann ich so nicht ganz unterschreiben. SEO beschreibt ONPage eher die Content-Strategie und den Fluss innerhlab der Seite. Unbestritten ist das was du erwähnt hast nur ein kleiner Punkt. Viel wichtiger ist es in große Seiten Struktur zu bekommen und eine Trustverteilung, die der Marketing oder Verkaufsstrategie des Webseitenbetreibers entspricht. Gerade bei großen Seiten ist das eine komplexe Sache. Also ich würde onPage nicht so abtun. Es macht halt meist nur anders sind und zeigt das gutes SEO halt kein STückwerk ist.
»Macht die Seite einfach so wie ihr sie für eure User schreiben würdet.« Den Satz würde ich vor allem so nie unseren Kunden an die Hand geben… weil wir dann bestimmt wieder so Basics erklären müssen, wieso es sinnvoller ist, eine <Hn>-Überschrift zu setzen, anstatt sämtliche Überschriften als Grafiken ohne ALT-Attribute zu platzieren. Eigentlich sollte das heute schon ein Standard der Webprogrammierung sein, auch unter Gesichtspunkten von Semantik und einigermaßen Barrierefreiheit – aber viele (und auch viele große) Internetagenturen bauen da heute immer noch ziemlichen Code-Müll.
Also sollte man den Satz zumindest abändern in »Macht die Seite einfach so wie ihr sie für eure User nach aktuellen Standards schreiben würdet.«
Und selbst dann gibt es immer noch solche OnSite-Punkte wie Verlinkungsstrukturen intern, keywordrelevante Texte, etc. OnSite ist also nicht nur Technik und Quelltextaufbau.
@SEOnaut Natürlich haben auch sachen wie internes Linkbuilding und Textgestaltung Einfluss auf das Ranking… nur wird wie ich finde der OnPage-Optimierung immer ein größerer Effekt zugesprochen als den Backlinks die man benötigt. Viele sparen sich das Linkbuilding weil sie denken sie könnten ihre Seite selber totoptimieren und sich somit die meist verhältnismäßig teureren Links sparen. OnPage hat jedoch seine Grenzen… das semantische Konstrukt einer Seite an sich hat wie ich finde aber doch immer weniger Einfluss auf das Ranking, einfach weil es das erste ist was ein Seitenbetreiber ohne große Anstrengung manipulieren kann.
@Markus “für den User” sollte natürlich bedeuten das alle User die Seite problemlos bedienen können, und nicht nur die Otto-Normal-Surfer, was solche Dinge wie rein grafische Überschriften ohne Fallback ja irgendwo ausklammert. Meinen Kunden lege ich solche Sätze schon lange nicht mehr in die Ohren. Wer als themenfremder Kunde denkt er könnte im Quelltext irgendwo mitreden hat den Sinn der Auftragsvergabe wohl nicht so recht verstanden.
Und auch textoptimierungen sind irgendwo ein grauer Schein! Texte sollten vor allem lesbar für den User sein, und nicht aus SEO-Gründen exakt 3.555%x das Keyword enthalten und 250 Wörter lang sein. Wenn ich über solche künstlich gepushten Texte stolpere fällt mir zwar auf das er aus SEO-Sicht evtl. optimal ist, aber ansonsten meist total langweilig und langatmig klingt.
Und nicht umsonst gibt es auch Seiten mit dreckigem Code und puren Spambacklinks die trotzdem 1000x besser ranken als die eigene, bis aufs letzte optimierte Seite.
Klar, ich bin auch kein Fan von Keyworddichte-mit-dem-Taschenrechner-überprüfen, das ist auch nicht das, was wir unseren Kunden empfehlen. Aber teilweise müssen wir Kunden beibringen »Wenn Sie mit Keyword XY gefunden werden wollen, dann sollten Sie es auch auf der Seite verwenden, am Besten mehrfach« – und dies ist für viele erschreckender Weise etwas total Neues. Aber dann müssen wir auch noch ein »Aber Keyword XY nicht zu oft verwenden«, damit das Keyword dann nicht plötzlich 20 mal auf einer 100-bis-200-Worte-Seite steht.
Und das »für alle User« ist auch etwas, das wie schon erwähnt nicht bei allen Agenturen angekommen ist. Und da trifft es wie schon erwähnt nicht nur die kleinen. Wie sonst kann man sich erklären, dass z. B. der Online-Shop von C&A, der seit ein paar Tagen erst im Netz ist, so ziemlich ausschließlich auf Frames, Javascript und AJAX basiert, so dass also sämtliche Hürden, die man sich vorstellen kann eingebaut wurden.
Was ich sagen will: da es im SEO viele Hebel gibt, und um gut zu ranken, sollte man möglichst viele davon umlegen. Im Bereich On-Site bringt eine Überoptimierung vielleicht nur marginale Unterschiede zu einer normalen Optimierung mit Verstand (wobei man da sicher schauen muss, ob der Macher Ahnung von aktuellen Standards hat oder irgendwo vor der Jahrtausenwende stehen geblieben ist). Und sicher kann man mit gutem Linkbuilding vieles erreichen, aber auch nicht alles, wenn die Seite einfach nur schlecht und irrelevant ist. Vor allem ist es in den meisten Fällen günstiger im Linkbuilding, wenn man schon eine gut gerankte Seite (weil On-Site optimiert) hat, weil man sich dann vielleicht den ein oder anderen teuren Link sparen kann.
Ich denke deshalb eine vernünftige On- und Off-Site-Optimierung sollten eigentlich Hand in Hand gehen. Und ja, in vielen Fällen ist eine vernünftige On-Site-Optimierung bereits mit einem semantisch gut durchdachten Aufbau schon zu einem guten Prozentsatz abgedeckt.
So, genug Gratis-Content für jetzt ;-)
ja gutes altes handwerk das eine oder andere tool benutzen damit einige dinge schneller gehen… und so lange daran schrauben bis alles nicht mehr besser geht. aber man findet ja immer etwas neues^^.
Ich bin der Meinung es braucht vorwiegend Backlinks mit dem richtigen Keywords, dann ist es eigentlich egal was auf der Website zu finden ist. Es ist mir schon mehr als einmal gelungen zu mittelmässig umkämpften Keywords nur mit Links zu ranken, dass heisst das Keyword war auf der Seite nicht vorhanden.
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Würde das so unterschreiben, habe ähnliche Erfahrungen gemacht… Es hat allenfalls negative Auswirkungen, wenn dann zu viel an der Website verwurschtelt wird, nur um ein, zwei Plätze im Ranking hochzuklettern…