Zensiert zurück - Tag der offenen Kindergartentür?
16.06.2009 - 18:52 Kurioses, Logbuch 20 Kommentar(e)Aus einer fixen Idee ist schnell Realität geworden.
Im Klartext: Ein Wordpress-Plugin das zum aussperren der IP-Adressräume von Parteien, Fraktionen und Ministerien dient, damit diese in Zukunft nur noch eine Zensurseite sehen sobald sie das Blog betreten.
Nun, scheinbar stehe ich mit meiner Meinung nicht ganz allein da, das dies an absolutes Kindergartenmobbing feinster Güte erinnert, und das von Personen, von denen ich es nie und nimmer erwartet hätte.
Mal ganz im Ernst: Was denkt Ihr bringt das? Sollen die Politiker sich jetzt schämen weil sie unsere Geekblogs nicht mehr lesen können, und das auch noch während der Arbeitszeit? Aber was erzähle ich eigentlich, Michel hat das eigentlich astrein zusammengefasst.
Ne, mal ehrlich? Was genau bringt’s, dass ihr eure Blogs vor Politikern zensiert?Nur weil die Politik sich mit ihren fucking Netzsperren lächerlich macht, macht ihr euch jetzt auch lächerlich?
Und vor allem, was ist mit dem Politikern, die über diese IP-Adressen, die ihr sperrt ins Netz gehen aber GEGEN die Netzsperren sind? Alberne Scheiße, das!
Lustig auch, das genau die Personen die bei dem Spielchen jetzt mitmischen, damals gegen meine Verdreht den IE6-Nutzern den Kopf… Aktion waren. Die Aktion war meiner Meinung nach damals von mir nicht minder dumm als das was jetzt durch die Blogs jagt. Es werden teilweise Leute ausgesperrt die vielleicht nur nach Contra-Argumenten suchen, die unsere Idee von einem zensurfreiem Internet unterstützen wollen, und wir machen einen auf “Mit dir wollen wir aber nicht spielen”.
Die Aktionen und Demonstrationen die bisher gegen Zensursula liefen haben uns wie ich finde immer in einem gutem Licht dastehen lassen und unsere Meinung gut und einleuchtend verdeutlicht, doch wenn das jetzt hier der große Stil im Internet wird… sehen wir alle wieder wie kleine Kinder aus denen man den Lolly geklaut hat und die sich jetzt im Zimmer eingesperrt haben.
Also, denkt bitte 3x nach bevor ihr euch dieser sinnlosen Kurzschlussreaktion anschließt.
Update: Natürlich soll das jetzt alles ein reiner Spaß gewesen sein, nicht ernst gemeint, nur so erdacht um Leute zu verwirren. Sorry, aber danach sah und sieht mir die Aktion nicht aus. Soll jeder glauben was er will…
Kommentare zum Thema Zensiert zurück - Tag der offenen Kindergartentür?:
Da hast du auch ein wenig recht, wobei ein wenig Humor trotz des eigentlich ernsten Themas durchaus erlaubt ist (meine ich), denn am Ende kann man über soviel verzerrerei und gespielte Naivität eigentlich nur lachen.
Dennoch sollte man am Ende immer zeigen das wir keine militante Kindergartengruppe sind, sondern wir uns mit dem Thema auseinander gesetzt haben und dementsprechend reagieren.
In dem Tweet war von einem Hinweis die Rede und nicht von Aussperren. Einen kleinen Hinweis fände ich keineswegs schlecht, aber mit Aussperren finde ich das einfach übertrieben.
Der Grossmeister des Anti-IE-Campaigning ist jetzt auf einmal gegen sinnloses Campaigning? Wie geht das?!! – ein »Rachefeldzug«?
Bitte den Artikel mal genau lesen, ich für meinen Teil habe eingesehen das die Aktion damals ein kompletter Fehlgriff war, und dazu stehe ich auch. Informieren statt Zensieren sollte es daher heißen.
Das der gute Peter jetzt aber einen auf “Hach, ist doch alles nur als Spaß gedacht, seht ihr das denn nicht?” macht, bringt mich wirklich auf die Palme, denn dafür war es mir zu sehr als Linkbait und massenkompatibel ausgelegt. Ich denke eher das hier gemerkt wurde das nicht alle das als so “Cool” ansehen und jetzt die Kritiker für dumm verkauft werden.
Aber Hey, meine Aktion damals war auch alles nur ein ganz großer Joke… haben ja sicherlich alle gemerkt und nur fein mitgespielt ;)
„Natürlich ist der Begriff Zensursula albern, aber er bringt nun mal prägnant auf den Punkt, was die Dame will: Eine Interntzensur. Und irgendein Schlagwort hat’s ja gebraucht ;-)”
Ach, möchte sie das? Die Dame möchte gegen Kinderpornographie im Internet kämpfen. Natürlich lässt sich über die Wirksamkeit streiten, aber die Behauptung, von der Leyen wolle eine böse Zensur aufbauen ist wohl eher ein Teufel an die Wand malen.
Von der Leyen will etwas gutes tun, doch leider mit den falschen Mitteln.
Marc du hast diese Art der Meinungsäußerung auch schon bei Peter Kröner im Blog betrieben und jetzt fängst Du hier damit an. Was hältst du davon, den Diskussionsbeteiligten in Peters Blog einfach eine E-Mail zu schreiben und das Thema mit ihnen privat zu diskutieren. Oder zur Abwechslung mal in deinem eigenen Blog statt ständig in anderen? Nur so eine Idee…
Hmm, ich hab kein Problem mit der Sicht von Marc, auch wenn es nicht meine ist. Die wahren Motive von Frau von der Leyen werden wir wahrscheinlich nie ergründen – ich erate zum Beispiel reinen Wahlkampfpopulismus, was ich – wenn es war wäre – genauso schlimm finde würde wie im Zusammenhang mit Kinderpornos mit dem Begriff Zensur Stimmung zu machen. Da zwischen Entscheidern und Befürworter und Kritikern sich offensichtlich ein großes, tiefes Tal auftut, muss der Dialog unbedingt fortgesetzt werden. Da sind Unterstellungen, das Abbrechen von Gesprächen und technische Angriffe nun wirklich nicht hilfreich. Zu Politik gehört auch Geduld – auch wenn man mit ansehen muss, was teilweise für ein Blödsinn verzapft wird.
Das alles ist doch wirklich mehr als Kindergarten!!
‘Was die Ursula da will ist doch einfach nur eine Internetzensur was gegen unsere Verfassung stößt. Das schadet uns allen und bringt uns 10 Jahre zurück wobei wir langsam aber sicher Vorschritte machen müssten.
Natürlich braucht es einen korrekten Umgang mit den “neuen Medien” und Missbrauch und krirminelle Machenschaften sollten unterbunden werden. Eine Zensur ist der falsche Weg, zumahl den Behörden die nötigen Ressourcen fehlen, Einzelfälle genau zu untersuchen. Ergebnis wäre im schlimmsten Fall eine pauschale Zensur auf Grund von wenigen Kriterien. Besser ist eine Selbstverpflichtung der Online-Dienste und “Zivilcourage” der User, um schwarze Schafe zu entlarven und aus der Community auszuschließen. Von der Leyen “missbraucht” in diesem Fall das Thema “Kinderpornographie”, da natürlich jeder normale Mensch gegen Kinderpornographie ist und ihren Gesetzesvorschlag im Wahlkampf unterstützen möchte.
Hmm… naja… das soll ja dazu aufrufen, dass man sich dagegen wehrt, dass man das nicht will und ich finde diese Message kommt rüber.
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Sehe ich ganz genauso.
Wobei übrigens meines Erachtens auch die Bezeichnung „Zensursula” nicht gerade der Sachlichkeit in der Debatte um Kinderpornosperren dienlich ist.