Ein Thema das mich schon länger beschäftigt ist der zukünftige Umgang mit digitalen Daten auf einen lange Zeitraum gesehen, bzw. im speziellen Fotos und Videos. Früher waren geschossene Fotos und auch Videos ja jeweils direkte analoge Datenträger, die physisch greifbar waren, mit der Zeit zwar Qualitätseinbußen hatten, aber oftmals eben auch 100 Jahre erhalten blieben, wenn sie denn nicht achtlos verschenkt wurden oder in Kriegen, Hausbränden usw. abhanden gekommen sind. Und so freut sich noch heute meine Mutter, oder auch meine Oma, das man im Fotokasten und zum 70. Geburtstag das eine oder andere Foto der Einschulung, oder der Hochzeit findet.

Die Frage die ich mir dabei stelle ist, wie sieht das später bei uns aus? Ganz subjektiv gesehen habe ich den Eindruck, das mit solchen Daten in unserer heutigen Zeit viel unbeschwerter und riskanter umgegangen wird. Ein ausgedrucktes Foto, oder ein auf 8mm gebrannter Film, das waren echter Werte, die man wie seinen Augapfel hütete. Solch ein Foto war eine Rarität die man nicht einfach mal so verlieh und dann nie wieder bekam, nein, sie wurden meist sorgsam gesammelt, litten zwar mit der Zeit schon durch die Hände durch die sie ab und an gingen, doch die meist unscharfen und farblosen Aufnahmen an sich blieben erhalten… und wurden in den letzten Jahren vom Neffen dann meist irgendwann mal digitalisiert.

Doch wie wird das später aussehen, wenn wir alt und grau sind? Betrachte ich mein eigenes Verhalten, so hat ein digitaler Schnappschuss, derer es auf meiner Festplatte einige tausend gibt, bei weitem nicht den Stellenwert eines alten Analogfotos. Natürlich, ich mache Backups, wenn auch nur schnell nebenher auf einen externen Datenträger, aber die Bilder sind meist doppelt vorhanden. Doch schaue ich zurück an die Anfangszeit meiner digitalen Fotozeit, so habe ich heute kaum noch Daten aus dieser Epoche vorliegen… jedes Jahr verschwanden aus irgendwelchen Gründen ein paar Daten. Sei es weil die externe Backup-Platte auf einmal ihren Dienst quittierte, und man die interne Festplatte bereits von den Daten befreit hatte, denn immerhin kosten solche Bilder ja auch einiges an Platz. Oder die Bilder wurden auf CDs gebrannt, jedoch irgendwann nicht mehr für all zu wichtig befunden und wanderten beim nächsten Umzug zusammen mit den darauf befindlichen MP3s in den Papierkorb… denn es musste ja Platz geschaffen werden. Fotos haben für uns eben erst Bedeutung wenn eine gewisse Zeit vergangen ist, Leute die darauf zu sehen sind nicht mehr da sind, oder sich das eigene Umfeld geändert hat. So kann auch ein zufälliger Schnappsschuss vom Opa in 20 Jahren 100x mehr Bedeutung für uns haben als wir es uns heute vorstellen können.

Niemand würde auf die Idee kommen ausgedruckte Fotos so leichtfertig in den Papierkorb zu werfen, denn man sieht direkt das Bild, und hat einen Bezug, Erinnerungen, was bei einer CD, oder einer externen Festplatte mit Teilweise mehreren hundert oder tausend Fotos nicht der Fall ist. Zudem hat die Entwicklung des Fotos ja auch etwas gekostet, damals noch mehr als heute. Digitalfotos hingegen sind Massenware, auf eins mehr oder weniger kommt es doch auch nicht an.

Wie also kann man in unserer heutigen Zeit einen Weg finden, solche Daten über Generationen hinweg zu archivieren und sicher zu gehen das man sie nicht aus eigener oder fremder Fahrlässigkeit zu leicht verliert und sich in 50 Jahren ärgert das diese digitalen Daten vor 40 Jahren von einem Virus gelöscht wurden. Digital ist toll, und natürlich ist gerade ein Bild was man einmal ins Netz gestellt hat erst mal unwiderruflich Online und wird oftmals dupliziert. Doch Webseiten kommen und gehen, oder welche Webseiten aus den Anfangszeiten des Internets sind heute noch aktiv und halten all ihre Daten vor? Siehe z.B. Geocities. Es reicht eine geplatzte Blase oder ein Börsencrash, Unternehmen XY geht pleite und mir ihm alle von den Nutzern angelegten Daten.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein extremeres Backup-Verhalten, sprich, die Daten 3 oder 4 fach zu sichern, und nicht nur in den eigenen 4 Wänden, sondern auch in Kopie noch einmal bei den Eltern, oder der Schwester, im Keller. Die Sache ist nur, das Datenträger eh nur eine gewisse Lebenszeit haben, demnach man solche Backups alle paar Jahre erneuern müsste, zudem dieses Verfahren sehr mühselig ist und viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Ich würde sagen, außer ein paar Freaks wäre dies für den Otto-Normal-Knipser keine Lösung. Zumal man in 10 Jahren mit einem Disketten-Backup auch nicht mehr viel anfangen könnte, ähnlich könnte es in 20 oder 30 Jahren mit dem USB-Stecker aussehen.

Aus meiner Sicht ist zumindest aktuell, die beste Möglichkeit, seine Daten in die Hände einer Firma zu geben die sich eben genau auf solche Sicherheiten spezialisiert hat, sprich, die mir durch Infrastruktur, finanzielle Vorsorge etc. pp. eine möglichst hohe Wahrscheinlichkeit geben kann, das auch im falle eines Krieges, einer Umweltkatastrophe usw. meine Daten an einem sichererem Ort liegen. Es wäre bequem seine Daten über Nacht über das Internet an einen Backup-Dienstleister zu übertragen, der diese intern mehrmals hinterlegt, in einem System das durch äußere Einflüsse nicht so einfach zu zerstören ist. Man müsste sich keine Sorgen mehr um die wirklich wichtigen Daten mehr machen, die Backups wären unlöschbar ständig abrufbar und könnten nach einem Systemausfall, dem abgebranntem Haus oder einfach einem unvorhersehbarem Ereignis einfach wieder abgerufen werden. Ich rede hier nicht von Diensten wie Dropbox, oder Wuala, die ja in ihrer Art auch ein Online-Backup anbieten… diese Dienste sind super wenn es um Daten geht die vielleicht für die nächsten 3-4 Jahre irgendwie sicher sein müssen, doch geht die Firma aufgrund von Übernahmen, Fehlkalkulation oder ähnlichem vom Markt sind vermutlich auch die Daten futsch.

Ich finde es ehrlich gesagt erstaunlich das es bisher nur eine Firma zu geben scheint die diese Lücke für sich entdeckt hat und einen solchen Speicher anbietet. Die Swiss Picture Bank verspricht Datensicherheit für min. 99 Jahre, dabei ist wichtig das diese Sicherheit durch eine einmalige Gebühr erworben wird. Ist man also in seinem Leben einmal in einer sozial schwachen Phase angekommen, und könnte sich eine monatliche oder jährliche Gebühr nicht mehr leisten, bleiben die Daten trotzdem erhalten. 100GB kosten allerdings auch beachtliche 1600$, ein fairer Preis wenn das Versprechen auch wirklich eingehalten werden kann, denn man muss bedenken das man seine komplette Infrastruktur für 99 Jahre voraus zahlen muss. Auf mich wirkt das Angebot schon seriös, zumal ein Staat wie die Schweiz in der bisherigen Geschichte sich aus Konflikten meist heraus gehalten hat und für seine Beständigkeit mehr oder minder schon fast berühmt ist.

Eins zum Abschluss: Ich denke nicht das es unbedingt notwendig ist jedes der 2000 Fotos vom letzten Mallorca-Urlaub auf einem sicherem Speicherplatz zu parken, das wäre meist utopisch, wenn offensichtlich weniger wichtige Fotos, wie die 100. Aufnahme vom einlaufendem Schiff in den Hafen, in 10 Jahren nicht mehr da sind, dann ist das meist verkraftbar. Ich rede von einer Selektion, die Sinn macht das man sie bis an sein Lebensende erhalten möchte.

Vielleicht hat dieser ausschweifende Artikel ja den einen oder anderen auch dazu angeregt sich zu diesem, aus meiner Sicht oft vernachlässigtem Thema, mal seine Gedanken zu machen.


Gestern hat die Denic ihre neuen Domain-Richtlinien für die Vergabe von .de-Domains bekannt gegeben.

Folgende Regeln treten dabei zum 23.10.2009 in Kraft:

Das spannendste daran ist vermutlich die Vergabe von 2 stelligen und reinen Ziffer-Domains.

Rechnet man sich das einmal hoch, so ergeben sich knapp 1300 neue .de-Domains mit 2 Stellen, was vermutlich gerade Hersteller wie z.B. VW freuen dürfte.

Allerdings sollten sich kleinere Unternehmen und Privatleute eher wenig Hoffnung machen eine der neuen Domains ergattern zu können, denn für fast jede Kombination wird es mehr als nur eine Firma geben die bereits jetzt in den Startlöchern steht um die jeweilige Domain zu ergattern. Zudem wird es wieder einige Domaingrabber geben die pünktlich zur Vergabe einige Scripte anrollen lassen werden um die Domains so schnell es geht einzusacken und später an den meistbietenden zu verkaufen, was 2 stellige DE-Domains wert seien dürften brauche ich hier glaube ich nicht zu sagen.

Wo ich allerdings noch Potential sehe ist in den Zifferdomains, immerhin hat man so evtl. die Möglichkeit sich ein besonderes Datum zu sichern, z.B. das eigene Geburtsdatum. Gespannt bin ich wie die Domaingrabber auf aktuelle Tagesdaten reagieren werden, also ob sich für jedes Tages-Datum ein Käufer findet, denn ich könnte mir vorstellen das z.B. frisch gebackene Eltern sich gerne das Geburtsdatum des eigenen Kindes als DE-Domain sichern würden, zumindest unter Geeks könnte das ein neuer Trend werden ;)


Adminer-Logo

Als Webentwickler kennt denke ich jeder die Situation: Ein neues Projekt steht an, und irgendwann im laufe der Arbeiten kommt man an die Stelle, an der man Hand an die MySQL-Datenbank legen muss.

Da viele Shared-Hosting Pakete einen externen Zugriff auf die Datenbank aus Sicherheitsgründen nicht zulassen, und somit die Desktop-Datenbankclients (bis auf Proxyfile-Lösungen) ausfallen, kommt in den meisten Fällen PHPMyAdmin zur Datenbankverwaltung als Webapplikation zum Einsatz.

Gut ist es natürlich wenn die Applikation direkt im Adminbereich des Hosting-Providers integriert ist, falls nicht, so muss das dicke Paket erst einmal entpackt, hunderte von Dateien hochgeladen, und am Ende noch konfiguriert werden.

Wer schnell und einfach auf seine Datenbanken zugreifen will, ein etwas übersichtlicheres und schnelleres Interface bevorzugt und zudem keine Installationsorgie abhalten möchte, der kann auch zu Adminer greifen.

Adminer ist ebenfalls eine mächtige Datenbankverwaltung, hat allerdings den Vorteil das sie ohne Konfiguration auskommt und zudem nur aus einer einzigen PHP-Datei besteht. Somit entfällt die lästige und zeitraubende Installation einer horrenden Ordner und Dateistruktur, um am Ende evtl. nur ein einfaches Backup einer Tabelle durchzuführen.

Zum Start einfach die 160Kb große PHP-Datei in ein sicheres Verzeichnis auf dem Server laden, im Browser aufrufen und schon erscheint eine Maske zur Eingabe der Mysql-Zugangsdaten.

Das Interface ist Multilingual, arbeitet sowohl mit PHP 4.3+ und PHP 5.1 zusammen und kommt mit MySQL 4.1, 5.0 und 5.1 zurecht.

Eine komplette Feature-Liste findet sich auf der Startseite des Projekts.


Einige von euch kennen evtl. schon den Service Dropbox, ein Online-Datenspeicher inkl. einer systemübergreifenden Applikation die den Speicher aus dem Netz in das vorhandene Dateisystem mountet. Standardmäßig (also kostenlos) wird die Dropbox übrigens mit 2GB ausgeliefert, über diesen Anmeldelink gibts gleich mal 250MB mehr. Wer mehr Speicher haben möchte kann über Einladungen bis zu 3GB (also insgesammt 5GB) mehr bekommen, oder einen Pro-Account erstellen. Systemübergreifend heißt für mich übrigens: Windows, Mac und Linux.

Dropbox an sich ist schon ein toller Dienst, allerdings kamen immer wieder Stimmen von besorgten Leuten auf, die ihre sensiblen Daten nicht einer unbekannten Firma in die Arme werfen wollten. Dropbox selber sagen in ihren FAQ zwar, das die Daten mit AES-256 verschlüsselt gelagert werden… doch das Thema Sicherheit nimmt man ja gerne lieber selber in die Hand, denn da weiß man was man hat.

Nun wäre es ein leichtes mittels TrueCrypt ein verschlüsseltes Container-Image von z.B. 2GB Größe anzulegen und dieses in seiner Dropbox zu hinterlegen. Das Image könnte folglich auf allen Rechnern gleichermaßen per TrueCrypt eingebunden werden. Dort abgelegte Dateien wären auch automatisch zwischen allen Rechnern sicher synchronisiert.

Problem an der ganzen Sache ist jedoch: Ändere ich nur eine Datei in meinem Container-File, so würde sich die komplette 2GB-Datei ändern und Dropbox müsste selbst bei einem 5KB Update die 2GB-Datei jedes mal erneut hochladen.

Im OS X Freeware-Blog fand ich nun einen Artikel, der zeigt das Dropbox da intelligenter ist als ich es bisher annahm. Dropbox erkennt also den Abschnitt der Container-Datei der sich geändert hat und überträgt nur dieses Update. Einzig beim einmaligen Anlegen des Containers muss die komplette Datenmenge übertragen werden.

Dafür ist es übrigens nur notwendig in Truecrypt die Aktualisierung des Container-Timestamps abzuschalten.

Da ich für meinen Teil eh nur unkritische Daten in meiner Dropbox aufbewahre ist diese Möglichkeit für mich eher unwichtig. Für Leute die aber auf Nummer sicher gehen wollen ist das sicherlich ein gute Möglichkeit die tollen Features von Dropbox mit maximaler Sicherheit zu verbinden.


Ich habe ja bereits vor einigen Monaten bekundet das ich nicht wirklich viel von Adblock-Plugins halte. Die Gründe möchte ich jetzt hier nicht noch einmal bis ins kleinste breit treten aber: Natürlich sind LayerAds und Soundbanner ein echtes Übel das vor allem dadurch penetrant wird das es unseriöse Anbieter gibt die beim Klick auf “Schließen” die Seite erst recht öffnen, dennoch denke ich das man kostenlosen Diensten etwas zurück geben sollte… und da stört es nicht die paar Banner mal mitladen zu lassen, es sei denn man bezahlt für seinen Traffic oder surft mit ISDN.

Nun kann es allerdings Fälle geben wo man als Seitenbetreiber erkennen möchte ob ein Besucher denn ein solches Plugin in seinem Browser benutzt oder nicht. Da das Plugin ja clientseitig fungiert und sich auch nicht im Header des Browsers zu erkennen gibt, ist das serverseitige erkennen aktuell nicht möglich.

Durch Zufall bin ich nun auf das kleine JavaScript Adblock Detector gestoßen. Auf der Seite findet man einige Beispiele und auch einen Livecheck mit dem man On-The-Fly testen kann ob das Script den eigenen AdBlocker denn erkennt. Bettet man das Script in die eigene Seite ein, kann es von nun an über einige kurze Tests im Hintergrund erkennen ob der aktuelle Nutzer denn einen Adblocker nutzt oder nicht, und dementsprechende Aktionen ausführen.

Möglich wäre z.B. in der eigenen Statistik aufzuzeichnen wie viele Besucher einen AdBlocker nutzen, oder den Besuchern einen Hinweis auszugeben das es durch die Benutzung von AdBlockern zu Darstellungsfehlern kommen kann.

Natürlich könnte man auch einen kurzen Hinweis ausgeben das das blockieren von Werbung dem Dienst die Einnahmen verringert, oder gar User mit AdBlockern vom Dienst aussperren, meine Erfahrung hat jedoch gezeigt das solche Moralpredigten oder gar Gängelungen bei Usern die bewusst auf Werbung verzichten wollen nichts bewirken.

Solltet ihr noch weitere nützliche Anwendungsbereiche sehen, dann immer her damit.


Nicht nur das die Telekom ohne Gegenwehr bei der DNS-Zensur der Zensursula mitspielt, nein, seit ein paar Tagen nutzt die Telekom ihre DNS-Server sogar noch als Werbeschleuder ein, nämlich genau dann wenn man eine nicht existente Domain aufrufen möchte.

Eigentlich ja eine feine Sache, denn es werden mir ja immerhin passende Ergebnisse zu dem jeweiligem Domainnamen ausgegeben, so das ich evtl. genau die Domain bekomme die ich soeben falsch eingegeben habe.

Allerdings setzt die Telekom hier natürlich auch auf AdWords die natürlich vor den generischen Suchergebnissen platziert werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, das trotz das ich über 50€ für mein Komplettpaket bei der Telekom zahle, ich jetzt auch noch ungefragt mit Werbung belegt werde die Standardmäßig aktiviert ist und die ich auch erst umständlich in meinem Kundencenter wieder deaktivieren kann.

Ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen was diese Aktion für ein Umsatzplus generiert…

Aber ist auch egal, ich kann eh jedem nur empfehlen die DNS-Server der Telekom nicht mehr zu nutzen sondern gleich auf einen Zensurfreien DNS-Server zu wechseln.



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